Wie wollen wir uns künftig finanzieren und worauf legen wir dabei wert?

Lobbyieren können wir, aber nicht genug Leute wollen uns per Crowdfunding dafür Geld geben. Da Aufgeben keine Option für uns ist, denken wir jetzt über neue Finanzierungswege nach. Was dabei für uns wichtig ist und warum beschreiben wir hier.

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Fabienne Gretschel

Kampagnen-Beraterin

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2018 haben wir gezeigt, dass wir lobbyieren können: Gemeinsam mit PROWO haben wir es geschafft, den Mieterschutz für Menschen im Betreuten Wohnen zu verbessern. 2019 hat – wie Jan vor kurzem an dieser Stelle berichtet hat – jedoch gezeigt, dass wir unsere Arbeit vorerst nicht durch Crowdfunding finanziert kriegen. Auch in 2020 wollen wir eine Lobby für alle ohne Lobby sein, müssen uns deshalb jedoch nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten umsehen.

Eines der Grundprinzipien von welobby ist, dass wir unabhängig sind: unabhängig von parteipolitischen Interessen, aber auch unabhängig von Unternehmen und Branchen. Wenn wir nun beispielsweise über Spenden nachdenken, muss diese Unabhängigkeit weiterhin gewährleistet sein. Sonst würden wir uns selbst verraten. Die klassisches Auftragsarbeit, das heißt, von einzelnen Organisationen für ganz bestimmte Projekte bezahlt zu werden, ist damit kein gangbarer Weg für uns. Anders sieht es aus mit Spenden. Genau wie wir selbst, glauben viele andere Menschen weiterhin an unsere Arbeit: Wir haben einen Wettbewerb gewonnen und Förderung erhalten und allen voran unterstützt uns die Community. Denkbar sind also große oder kleine Spenden für die Arbeit von welobby oder auch die Förderung durch Stiftungen. Durch keine dieser Optionen wird unsere Unabhängigkeit gefährdet, solange Spenden oder Förderung projekt- und kampagnenunabhängig sind. Wichtig ist uns dabei, dass wir weiterhin den zwei Grundpfeilern von welobby Rechnung tragen.

Zunächst einmal wäre da die Chancengleichheit. Wir wollen die Lobby für alle sein, die sich bisher keinen Lobbyismus leisten konnten. Grundsätzlich kann jeder und jede Themenvorschläge bei uns einreichen, die wir einem transparenten Machbarkeits-Check unterziehen. Auch das Crowdfunding war in dem Sinn nicht einfach nur ein Finanzierungstool, sondern diente auch der Legitimation unserer Arbeit, da ein erfolgreiches Crowdfunding gezeigt hätte, dass ein breites gesellschaftliches Interesse an dem Thema besteht. Die Finanzierung durch viele Einzelspenden würde diesem Gedanken eher entsprechen, nur eben mit einem großen Vertrauensvorschuss an uns, welche Projekte wir dann bearbeiten. Bei größeren Spenden allerdings müssen wir nicht nur weiterhin auf Dinge wie Astroturfing achten, also gewissermaßen ungewollt zum Instrument einer Branche zu werden. Sondern wir müssen auch schauen, dass wir Spenden ab einer gewissen Höhe transparent machen. Die Frage hierbei ist also: Wie finanzieren, aber auch wie legitimieren wir unsere Arbeit?

Apropos Transparenz: Wer uns kennt, weiß, dass sie der andere Grundpfeiler unserer Arbeit ist. Diese Überlegungen und unser weiteres Vorgehen wollen wir genau deshalb so transparent wie unsere Lobbyarbeit machen. Wir halten euch auf dem Laufenden. Versprochen.